der Kragen ist mir zwar noch nicht geplatzt aber...

Fritz Küenzli (Name von der Redaktion geändert) antwortete mir per Email auf meinen heutigen Blogeintrag:

züri, da laufts. han jetzt grad din blogggg-text gläse. heftig, aber bi dä meischtä pünkt muess ich dir recht geh. winti isch für mich bis jetzt echt ä gueti luftverbesserig gsi. aber ich chum au immer wieder gern zruck do uf sanggalle. weisch, ich denk d'lüüt do z'sanggalle die sind sich veränderigä nöd gwohnt und chönd schlecht demit umgoh. es goht do z'sg alles länger, viles passiert langsamer. klar, wenn mer anderi gross-städt aluegt, denn isch sanggalle es verschlofäs näscht. aber ich denk das nöd alles negativ isch z'sg.

Tja lieber F.K. , ist schon so, alles negativ darf ich natürlich nicht machen... Schliesslich bin ich hier ja aufgewachsen... Aber regst du dich nicht auch täglich über das Lichtsignal beim "Schibenertor" auf - kein Mensch kann da bei grün die Strasse überqueren. Man ist nicht mal in der Mitte und schon schaltet es auf orange... und das wissen alle St.Galler und St.Gallerinnen - alle regen sich darüber auf, aber ändern will es niemand.
Dann etwas zweites lieber F. K., du hast nicht wie ich 3.5 Jahre lang auf der Stadtverwaltung St.Gallen gearbeitet... da erlebt man so einiges und kennt die eine odere andere Geschichte hinter manchem Gesicht...
Ja St.Gallen ist ein verrecktes Pflaster...
Sorry!

irgendwie scheint mir der Kragen zu platzen...

Schon länger rege ich mich über meine Wohnstadt St.Gallen auf. Aber irgendwie ist es einfach zu viel... oder eben zu wenig? St.Gallen bietet nichts, gar nichts... geschweige dann einen schönen Dialekt. Ich mag diese "klaaaaaren" Buchstaben und Worte einfach nicht mehr hören. Seit 20 Jahren immer die gleichen Menschen, das gleiche Essen, die gleiche Umgebung, die gleiche Luft. Nichts hat sich binnen dieses fast "Vierteljahrhundert" verändert. Die Stadt ist stehen geblieben. Ich bereise jedes Jahr grosse Weltstädte und ich muss sagen, dort fühle ich mich viel eher zu Hause. Dieses Jahr war ich in Hong Kong - und hey dieses Stadt schläft nie. Man muss nicht mal Angst haben, dass einem in Hong Kong etwas geklaut wird, so sicher ist diese Stadt. Dann reden wir mal vom Essen - auch hier hat sich nichts bewegt in St.Gallen - jeden Mittag muss ich mir überlegen wohin ich denn Essen gehen will... auch kulinarisch bietet St.Gallen keinen Köstlichkeiten an. Die Bratwürste hängen mir langsam aber sicher zum Halse raus. Auch sieht man jeden Tag die gleichen Leute an einem vorbei schleichen. Sie haben sich auch nicht verändert...
Was hält mich hier zurück? Nichts.
Next Stop: Zürich!