Dinge, die man nicht anzustarren hat:

- das Dekolleté einer Dame
- ein grosses Muttermal im Gesicht
- ein knutschendes Pärchen in der Öffentlichkeit
- die Sonne

Die Antwort lautet in diesem Falle, dass man vermutlich nicht gleich blind wird, dass aber das Betrachten einer Sonnenfinsternis mit ungeschützen Augen tatsächlich Schaden anrichten kann.

Die Sonnenfinsternis am 11. August 1999, ich war damals in der zweiten Sek und man bekam überall diese lustigen Brillen, hat viele Leute der Gefahr ausgesetzt eine aktinische Retinopathie zu erleiden. Aktinische Retinopathie lautet die feierliche Bezeichnung für strahlenbedingte Schädigung des Augenhintergrunds und kommt dadurch zustande, dass die Linse einfallendes Licht - in diesem Falle Sonnenlicht - wie ein Brennglas auf dem Augenhintergrund bündelt. Bei zu starker Einstrahlung kommt es dabei zu Verbrennungen. Man hat sich in der wisschenschaftlichen Literatur mit dieser Art von Strahlenschaden befasst und ist überraschenderweise zu dem Schluss gekommen, dass dieser nicht ganz so schwerwiegend ist, wie zuvor angenommen. Eine englische Forschergruppe hat 40 Patienten untersucht, die nach der Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 über Beschwerden geklagt hatten. Nur die Hälfte von ihnen litt unter massiven Problemen, lediglich zwanzig Prozent berichteten noch nach sieben Monaten über Schäden.
Es handelt sich dabei um Personen, die die Sonnenfinsternis direkt angestarrt haben.

Ob dieselben Personen auch Dekolletés, verliebte Pärchen oder Muttermale angestarrt hatten, ist nicht bekannt. ;-)