28. Januar 2008
Im Bann der ständigen Erreichbarkeit
Das Handy klingelt wieder mal ununterbrochen. Eine Zürchernummer. Ich gehe nicht ran.
Was hat die ständige Erreichbarkeit bloss aus uns gemacht? Überall hin nehmen wir unsere Handys mit. Ich gebe zu, es gab Zeiten, da trug ich deren 3 Stück mit mir rum. Doch diese Zeiten sind vorbei und ich bin froh, dass ich mit meinem Handy nicht mal mehr richtig telefonieren kann. Auf der Arbeit habe ich mein Handy zwar dabei, jedoch ist der Empfang auf dem Bruderholz mässig. Zu Hause werfe ich den mobilen Knochen dann irgend in eine Ecke und vergesse ihn bis zum nächsten Morgen.
Das Handy ist ein fester Bestandteil unseres Lebens. Die Kommunikation kann so schnell wie sie angefangen hat, auch wieder versanden. Die persönliche Kommunikation wird vernachlässigt. Neue Regeln treten in unser Leben. Schreibt man nicht innert Minuten zurück, ist kein Interesse vorhanden. Hält man die Frist von drei Tagen (in Liebesdingen) nicht ein und antwortet frührer, ist man ein Depp und wird erst recht verachtet. Wer bitteschön hat denn diese ulkigen Regeln aufgestellt?
Auch werden vereinbarte Treffen in letzter Sekunde abgesagt. Die mobile Kommunikation hat uns mutiger gemacht, als dass wir wirklich sind. Müsste man nämlich zum Telefonhörer greifen und dem Gegenüber sagen, dass man sich jetzt doch anders entschieden habe, wäre das eine Hürde mehr. Daher sollte man sich zwei mal überlegen, ob man jetzt mit dieser Person etwas ausmachen will, anstatt ihr kurz vor dem Aufeinandertreffen eine kühle und abweisende SMS zu schreiben.
Ich lasse mein Handy weiterhin klingeln. Werde ich nochmals für mehrere Monate ins Ausland gehen, dann versenke ich vorher mein Handy im Zürisee und werde nachher nie mehr eines kaufen...

Ach ja vor zwei Jahren habe ich folgenden Text dazu verfasst:
Die Stimme ist ein Vermittlungssystem, das in der Regel nach Belieben abgeschaltet werden kann. Unser Gesicht können wir nie ganz verstecken, obschon der Wunsch, dies zu tun, sicher zum Teil dafür verantwortlich ist, dass manche Menschen ein Telefonat der direkten Kommunikation vorziehen.
Die Kommunikation per E-Mail bringt zusätzlich den Vorteil, dass man nicht einmal mehr zuzuhören und zu reden braucht und kein Risiko eingeht, dass die eigene Stimme Emotionen verraten könnte; eine direkte Antwort oder Widerrede ist nicht möglich!
Was hat die ständige Erreichbarkeit bloss aus uns gemacht? Überall hin nehmen wir unsere Handys mit. Ich gebe zu, es gab Zeiten, da trug ich deren 3 Stück mit mir rum. Doch diese Zeiten sind vorbei und ich bin froh, dass ich mit meinem Handy nicht mal mehr richtig telefonieren kann. Auf der Arbeit habe ich mein Handy zwar dabei, jedoch ist der Empfang auf dem Bruderholz mässig. Zu Hause werfe ich den mobilen Knochen dann irgend in eine Ecke und vergesse ihn bis zum nächsten Morgen.
Das Handy ist ein fester Bestandteil unseres Lebens. Die Kommunikation kann so schnell wie sie angefangen hat, auch wieder versanden. Die persönliche Kommunikation wird vernachlässigt. Neue Regeln treten in unser Leben. Schreibt man nicht innert Minuten zurück, ist kein Interesse vorhanden. Hält man die Frist von drei Tagen (in Liebesdingen) nicht ein und antwortet frührer, ist man ein Depp und wird erst recht verachtet. Wer bitteschön hat denn diese ulkigen Regeln aufgestellt?
Auch werden vereinbarte Treffen in letzter Sekunde abgesagt. Die mobile Kommunikation hat uns mutiger gemacht, als dass wir wirklich sind. Müsste man nämlich zum Telefonhörer greifen und dem Gegenüber sagen, dass man sich jetzt doch anders entschieden habe, wäre das eine Hürde mehr. Daher sollte man sich zwei mal überlegen, ob man jetzt mit dieser Person etwas ausmachen will, anstatt ihr kurz vor dem Aufeinandertreffen eine kühle und abweisende SMS zu schreiben.
Ich lasse mein Handy weiterhin klingeln. Werde ich nochmals für mehrere Monate ins Ausland gehen, dann versenke ich vorher mein Handy im Zürisee und werde nachher nie mehr eines kaufen...

Ach ja vor zwei Jahren habe ich folgenden Text dazu verfasst:
Die Stimme ist ein Vermittlungssystem, das in der Regel nach Belieben abgeschaltet werden kann. Unser Gesicht können wir nie ganz verstecken, obschon der Wunsch, dies zu tun, sicher zum Teil dafür verantwortlich ist, dass manche Menschen ein Telefonat der direkten Kommunikation vorziehen.
Die Kommunikation per E-Mail bringt zusätzlich den Vorteil, dass man nicht einmal mehr zuzuhören und zu reden braucht und kein Risiko eingeht, dass die eigene Stimme Emotionen verraten könnte; eine direkte Antwort oder Widerrede ist nicht möglich!




Kommentare
Am nervigsten sind Anrufe im Zug. Vor allem wenn man sie "wegdrückt", aber der Anrufer dauernd wieder anruft...dabei würde man doch zurückrufen sobald man aus dem Zug ist, in dem alle mithören. Und wenn man sich dann überwindet doch abzuheben, dann geht es um irgend einen kleinen Mist, den sowieso keine Sau interessiert.
Oder Du denkst, Du entspannst einmal friedlich, hörst Musik und tust gar nichts. Da kannst Du Dir aber sicher sein, dass mindestens 5 SMS und 3 Anrufe innerhalb einer halben Stunde eintrudeln. -.-
Auf der anderen Seite bin ich froh gibt es Handys, somit spare ich mir den Festnetzanschluss. Ausserdem ist man in Notfällen erreichbar (z.B. Autopannen) bzw. kann sich melden. Oder bei Verkehrsunfällen den Krankenwagen alarmieren. Alles hat gute und schlechte Seiten...wems zu viele schlechte hat, der soll sein Handy doch wegschmeissen, ich bin nicht ganz unglücklich darüber. (es wurde schon viel grösserer Dreck erfunden)
Wer mich erreichen will, muss dies entweder per Mail versuchen, sofern ich eingeloggt bin in Jabber oder halt über's gute alte Festnetz. Bin ich ausser Haus, so gehe ich mit grosser Wahrscheinlichkeit schon eigenen Plänen nach und will dabei sicher nicht gestört werden.
Was mir in letzter Zeit immer mehr zu denken gibt, ist allerdings die Tatsache, dass ich mich immer häufiger für meine Unerreichbarkeit rechtfertigen muss. Als ob ich als 22-Jähriger von Rechts wegen irgendwem dazu verpflichtet wäre! Und seit wann ist es eigentlich selbstverständlich, dass man ein Gespräch unterbricht, wenn das Handy klingelt? Das geht mir bis heute nicht in den Kopf. Wer ist hier das eigentliche Werkzeug, frage ich mich?
...aber gleichzeitig solltest du dir auch das Buch "Die Oekonomie der Aufmerksamkeit" zu Gemüte führen. Kannst du bei mir auslehnen, habe ich noch nicht als Zusammenfassung auf www.youme.net.